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Besucher- und Informationszentrum Nationalpark Schwarzwald

Erlebbare Waldräume

Das „unter einem umgefallenem Baum laufen“, „auf einen Felsvorsprung treten“, „einen Baum hinaufklettern“, „sich einen Weg durch das Unterholz bahnen“, „durch die Waldlandschaft laufen“, „etwas erahnen aber nicht genau wissen wie man hingelangt…..mehr das Erforschen der Landschaft ,das Finden… die einzelnen Baukörper erahnen, sie aber nie als Ganzes wahrnehmen, dem Weg durch das Dickicht folgend…..

Das südliche Planungsgebiet besteht aus einer homogenen Waldfläche als Bestandteil der natürlichen Landschaft des Nationalparks Schwarzwald. Sie ist rau, wild, weitläufig sowie vielfältig und geprägt von Stille, dem Vergänglichen, dem Zerfall, des Wandels, dem Neuem und dem Wachsenden.

Vor diesem Hintergrund nimmt der Entwurf die jeweiligen Eigenschaften der im Norden heterogenen Siedlungsstruktur und im Süden homogenen Waldlandschaft auf und hebt sie hervor. Die bestehenden innewohnenden Eigenarten werden gestärkt um die Waldlandschaft erlebbar und deutlich ablesbar zu machen. Die Verbindung der zwei Gebiete Nord und Süd wird als klar ablesbare Waldgrenze ausgebildet, die einen eindeutigen räumlichen Kontrast zwischen dem funktionalen Städtebau und der Waldlandschaft schafft. Im südlichen Plangebiet wird der Baumbestand zur Straße hin erweitert und als wilde Urlandschaft größtenteils sich selbst überlassen; das Eintauchen wird erlebbar.

Der Entwurf erzeugt einen Einklang zwischen wilder, rauer, vielfältiger Naturlandschaft und baulichen Einfügungen; die topografische Modellierung bleibt erhalten. Die Ausstrahlung und Besonderheit des Ortes wird durch gezielte räumliche und architektonisch-landschaftliche Eingriffe der jeweiligen Waldschicht, horizontal – vertikal, und ihrer Eigenart entspre­chend gesteigert. Horizontal – der Waldboden, das Unterholz, abgestorbene Stämme und Äste. Vertikal – die wachsenden Bäume, das Licht, die Gräser und Sträucher. Das Besucher- und Informationszentrum ist Teil des Waldes, es nimmt die Richtungen der Natur auf und spielt mit den Bewegungen an diesem Ort. Ein langgestreckter Baukörper auf den Waldboden gelegt, mit ihm eins werdend und der Topografie folgend. Ein Turm, der mit den Bäumen zum Licht wächst. Ein Baukörper, der sich auf einen anderen legt, auskragend, ähnlich wie ein abgestorbener Baum. Das scheinbar Zufällige, das Gewachsene lässt das Gebäude mit der Landschaft verschmelzen.

Durch die Komposition und Fügung der Prinzipien entstehen räumliche Situationen der jeweiligen Waldschicht entspre­chend. Die Besucher werden durch die Weitläufigkeit, Dimension und Ausrichtung der Flächen, innen wie außen, räumlich auf die einzelnen Waldschichten im gesamten Areal verteilt. Stille und die ungestörte Wahrnehmung der Landschaft sowie der Ausstellung entstehen.

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